DIGITALE SCHAM. Das Unbehagen mit dem digitalen Geschlecht.


Mein Projekt setzt Arbeiten, die in der Ausstellung „WUNDERKAMMER“ im Wiener Künstlerhaus 2024 gezeigt wurden, fort und untersucht den Einfluss von bildgenerierender KI auf die Darstellung des menschlichen Körpers. Ausgehend von der Beobachtung, dass KI-generierte Bilder oft anatomische Fehler und Verfremdungen, insbesondere im Bereich der Geschlechtsdarstellung, aufweisen, widme ich mich speziell der Darstellung von Michelangelos David. Die kontroverse Reaktion auf ein Bild dieser Statue in Florida im Jahr 2023, das als „pornografisch“ beanstandet wurde, weckte mein Interesse an der Frage, wie KI auf den prompt „David von Michelangelo“ reagiert. Bei meinen Experimenten mit verschiedenen Bildgenerierungsprogrammen stieß ich auf ungewöhnliche Genitaldarstellungen und Zensuren. Diese ästhetischen Eigenheiten setze ich in Malerei, Zeichnung, Siebdruck und Bronzeguss um. Das Projekt reflektiert nicht nur die technische und ästhetische Einschränkung durch KI, sondern dokumentiert auch die Entwicklung der KI-Bildgenerierung von 2023 bis 2025.
Dieses Projekt wird durch die Sektion für Kunst und Kultur gefördert.

© 2024 Petra Richar